Auftrag für Konsortium GNS - RWE NUKEM für ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente vom litauischen Kernkraftwerk Ignalina

17.01.2005

Am 12. Januar 2005 hat das Kernkraftwerk Ignalina einen Vertrag mit einem Konsortium der Firmen GNS - Gesellschaft für Nuklear-Service mbH, Essen, und RWE NUKEM GmbH, Alzenau, unterzeichnet. Das Konsortium wird in Ignalina ein Zwischenlager für ca. 18000 abgebrannte Brennelemente errichten. Der Vertrag im Wert von 92,7 Millionen Euro wird aus Mitteln des internationalen Stilllegungsfond für Ignalina finanziert, der von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) verwaltet wird. "Dies ist ein Schlüsselprojekt für das Kernkraftwerk Ignalina. Der Bau des neuen Lagers für abgebrannte Brennelemente ist ein wesentlicher Meilenstein bei der Stilllegung des Blocks 1." sagt Victor Shevaldin, Direktor des Kernkraftwerks Ignalina. Das Konsortium GNS - RWE NUKEM erhielt den Auftrag im Rahmen einer Ausschreibung, die vom Kernkraftwerk Ignalina in Übereinstimmung mit den Richtlinien zur Auftragsvergabe der EBRD durchgeführt wurde. Ähnlich wie im bereits vorhandenen Lager in Ignalina werden die Brennelemente in Stahl-/Schwerbeton-Behältern vom Typ CONSTOR gelagert. Das Zwischenlager ist für eine Betriebszeit von mindestens 50 Jahren ausgelegt. In einer ersten Phase sollen 3500 abgebrannte Brennelemente eingelagert werden. Die Inbetriebnahme ist für September 2008 vorgesehen. Die Ausrüstung und die Sicherheitseinrichtungen des Lagers basieren auf bewährten Technologien und entsprechen sowohl den Vorgaben Litauens als auch der Europäischen Union. Der Auftrag deckt die schlüsselfertige Errichtung und Inbetriebnahme des Lagers für ca. 18 000 Brennelemente, einschließlich der Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens, den Bau und die Lieferung von Anlagen, sowie die Lieferung von 39 CONSTOR-Behältern ab. Der Vertrag beinhaltet außerdem eine bis zum 31. März 2006 gültige Option für die Lieferung von weiteren 163 Behältern, die den kompletten Lagerbedarf abdecken. Das Zwischenlager in Ignalina ist das dritte gemeinsame Projekt von GNS und RWE NUKEM in Osteuropa. Gemeinsam haben die Partner bereits ein ähnliches Projekt im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany verwirklicht, wo in der Mitte der 90er Jahre ein Lager für CASTOR-Behälter errichtet wurde. Außerdem wurden die Partner im vergangenen Jahr mit einem Lager für abgebrannte Brennelemente für das bulgarische Kernkraftwerk Kozloduy beauftragt, wo die Brennelemente ebenfalls in CONSTOR-Behältern gelagert werden. Verglichen mit den bereits in Ignalina verwendeten Behältern sind die jetzt vorgesehenen leicht modifiziert. Das neue Design erlaubt eine 80 % höhere Lagerkapazität pro Behälter. Diese höhere Lagerkapazität wird durch die Verwendung von zwei Körben erreicht. Der vom Kernkraftwerk verwendete innere Korb fasst 51 Brennelemente, während der äußere Korb weitere 40 Brennelemente aufnehmen kann. Durch die direkt im Reaktorbecken stattfindende Umladung der Brennelemente vom inneren in den äußeren Korb fällt kein zusätzlicher Abfall an und das Kraftwerk muss nicht in zusätzliche Körbe investieren. Mit dem Projekt werden Arbeitsplätze in Litauen geschaffen bzw. gesichert, da das Konsortium eine Auftragsvergabe an litauische Unternehmen in Höhe von bis zu 75 % des Vertragswertes vorsieht.


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