NUKEM liefert Abfallbehandlungsanlage

05.03.2001

NUKEM liefert Abfallbehandlungsanlagen / Entscheidender Beitrag zur Stilllegung von Tschernobyl

Die NUKEM Nuklear GmbH, Alzenau, ein Unternehmen der TESSAG Technische Systeme & Service Aktiengesellschaft, Frankfurt/Main, ist von der ukrainischen Energoatom mit der schlüsselfertige Errichtung von Anlagen zur Behandlung der festen radioaktiven Abfälle des Kernkraftwerks Tschernobyl beauftragt worden.

Das Projekt mit einem Vertragswert von 33,3 Millionen Euro wird von der Europäischen Union finanziert und soll in 28 Monaten fertiggestellt sein. NUKEM hat in den vergangenen Jahren vergleichbare Anlagen bereits in West- und Osteuropa realisiert. Zudem kann das Unternehmen auf langjährige Projekterfahrung in der Ukraine zurückblicken. Konditioniert werden Abfälle, die während des Kraftwerksbetriebes sowie bei der Stilllegung der Blöcke 1 bis 3 angefallen sind. Dies stellt hohe Ansprüche an die zum Einsatz kommende Technik. Das Projekt ist in drei Schritte gegliedert:

  • Erstens werden die in Bunkern auf dem Gelände des Kernkraftwerks Tschernobyl zwischengelagerten festen radioaktiven Abfälle entnommen.
  • Zweitens werden die aus den Bunkern stammenden Abfälle sowie die bei der Stilllegung der Blöcke 1-3 angefallenen festen radioaktiven Abfälle in eine für die Endlagerung geeignete Form verarbeitet. Die Verarbeitung erfolgt in einem Gebäude auf dem Gelände des KKW Tschernobyl. Für die schwach- und mittelaktiven Abfälle kommen folgende Verarbeitungstechnologien zum Einsatz: Sortierung in brennbare / pressbare / nicht pressbare Abfälle, Verbrennung, Hochdruckpresse, Zementierung. Weiterhin erfolgt auf Grundlage geeigneter Kontrollmethoden eine Aussortierung der hochaktiven und langlebigen Festabfälle, die separat auf dem Gelände des KKW Tschernobyl zwischengelagert werden.
  • Drittens werden die so konditionierten festen Abfälle sowie die aus dem Verarbeitungskomplex für flüssige radioaktive Abfälle, der gegenwärtig errichtet und durch die EBRD finanziert wird, eintreffenden konditionierten Abfälle in für die Endlagerung geeignete Container eingebracht.

Das Endlager befindet sich innerhalb der für die Bevölkerung gesperrten 30-km-Zone ca. 13 km vom KKW Tschernobyl entfernt. Der Vertrag umfaßt die schlüsselfertige Errichtung aller drei Anlagenkomplexe einschließlich Planung, Unterstützung bei der Genehmigung, Herstellung und Errichtung sowie die Inbetriebnahme und Übergabe an den späteren Betreiber. Mit der Behandlung der festen radioaktiven Abfälle wird ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Situation in Tschernobyl geleistet. Zudem werden bezahlte Arbeitsplätze während der Bauphase und nach der Inbetriebnahme geschaffen, die eine soziale Abfederung für die Ukraine nach der Stilllegung des Kernkraftwerks Tschernobyl bedeuten.

Etwa 40 Prozent der Arbeiten werden an ukrainische Firmen vergeben, so zum Beispiel Detail Engineering Aufgaben, die Lieferung von Komponenten sowie Bau- und Montagearbeiten. NUKEM gewährleistet, dass beim Projekt erprobte Lösungen auf dem neuesten technischen Stand zum Einsatz kommen: die Anlagen entstehen nach westlichen Standards unter Berück-sichtigung ukrainischer Normen. Die beteiligten ukrainischen Firmen unterliegen dabei den gleichen Qualitätsanforderungen wie die westliche Seite. Dadurch wird der Ukraine ermöglicht, in Zukunft ähnliche Projekte weitestgehend selbstständig nach westlichem Standard zu realisieren. Die NUKEM Nuklear GmbH und ihre deutschen und internationalen Tochtergesellschaften erwirtschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz in Höhe von rund 300 Millionen Euro und sind unter anderem spezialisiert auf die Stilllegung nuklearer Einrichtungen sowie auf Management von radioaktiven Abfällen.


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