NUKEM und GNS informieren über Projekte in Litauen

30.01.2007

Die deutsche NUKEM Technologies GmbH realisiert gegenwärtig zwei Projekte am Standort des Kernkraftwerks Ignalina. Beide Projekte werden über den internationalen Stilllegungsfonds für Ignalina, den die EBRD verwaltet, finanziert.

Mit der Übergabe der Unterlagen für das Technical Design sowie der Safety Analysis Reports und Environmental Assessment Reports für beide Projekte wurde kürzlich ein wichtiger Meilenstein in der Projektabwicklung erreicht. 

Im Konsortium mit der deutschen Firma GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH wird ein Zwischenlager zur Lagerung von 18.000 abgebrannten Brennelementen errichtet. Ein entsprechender Vertrag wurde im Januar 2005 unterzeichnet. Das Zwischenlager ist für eine Betriebszeit von mindestens 50 Jahren ausgelegt. Die abgebrannten Brennelemente werden in CONSTOR®/M2-Behältern gelagert, die je 182 halbe Brennelemente fassen.  Die aus Stahl-Schwerbeton bestehenden CONSTOR®-Behälter sind nach international anerkannten Regelwerken ausgelegt und werden bereits seit mehr als zehn Jahren von GNS ans Kraftwerk Ignalina geliefert. Die Ausrüstung und die Sicherheitseinrichtungen des Lagers basieren auf international bewährten Technologien und entsprechen sowohl den Vorgaben Litauens als auch der europäischen Union. Die ursprünglich für Oktober 2008 geplante Inbetriebnahme ist momentan um zehn Monate verzögert. Beide Vertragsseiten – das Kernkraftwerk Ignalina und das Konsortium NUKEM – GNS - arbeiten intensiv an einer einvernehmlichen Lösung zur Reduzierung des zeitlichen Rückstandes.

Zweitens ist NUKEM Generalunternehmer für die schlüsselfertige Errichtung eines Abfallbehandlungszentrums für feste radioaktive Abfälle. Bislang sind feste radioaktive Abfälle aus dem Betrieb des Kernkraftwerks auf dem Kraftwerksgelände gelagert. Ein modernes Abfallmanagement erfordert, dass diese Abfälle behandelt werden, um ihr Volumen zu reduzieren und die enthaltene Radioaktivität zu binden. NUKEM plant und errichtet die dafür notwendigen Anlagen wie Entnahme- und Sortiereinrichtungen, Konditionierungsanlagen wie Zementierungs-, Verpressungs- und Verbrennungsanlagen und Lagereinrichtungen. Obwohl das Projekt im momentanen Zeitplan leicht verzögert ist, ist davon auszugehen, dass der für  die Übergabe des Abfallbehandlungszentrum geplante Termin Ende 2009 eingehalten werden kann.

Für beide Projekte ist vorgesehen, einen beträchtlichen Umfang der Arbeiten an litauische Unternehmen zu vergeben. Bereits jetzt arbeiten litauische Firmen wie LEI, Pramprojektas, Gidroprojektas an der Realisierung der Projekte mit. Mitte 2007 wird NUKEM in enger Abstimmung mit dem Kunden Ausschreibungen für den Bauteil beider Projekte organisieren. 

Das Zwischenlager in Ignalina ist das dritte gemeinsame Projekt von NUKEM und GNS. Ein ähnliches Projekt wurde bereits in den 1990er Jahren im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany verwirklicht, im bulgarischen Kernkraftwerk Kosloduy wird zur Zeit ein vergleichbares Projekt realisiert.

Im Bereich der radioaktiven Abfallbehandlung hat NUKEM einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent in Osteuropa. Abfallbehandlungszentren wurden in den letzten Jahren in den russischen Kernkraftwerk Balakowo und Kola sowie im slowakischen Kernkraftwerk Bohunice errichtet. Ein weiteres geht 2007 im Kernkraftwerk Leningrad in Betrieb.


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