RWE NUKEM legt Grundstein für Abfallbehandlungszentrum in Tschernobyl

11.11.2003

  • Wichtiger Projektfortschritt bei der schlüsselfertigen Errichtung von Anlagen zur Behandlung der festen radioaktiven Abfälle

Das Abfallbehandlungszentrum für feste radioaktive Abfälle, das die RWE NUKEM GmbH im Auftrag der ukrainischen Energoatom schlüsselfertig errichtet, hat mit der Grundsteinlegung am 11. November 2003 einen wichtigen Meilenstein im Projektfortschritt erreicht. Das Projekt wird von der Europäischen Union finanziert, deren Vertreter auch an der Zeremonie teilnahmen.
Rund 40 Prozent der Arbeiten sind damit abgeschlossen, die Übergabe an den Kunden ist für Mitte 2005 vorgesehen.
Mit der Behandlung der Abfälle wird ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Situation in Tschernobyl geleistet. Aber auch der ökonomischen Situation vor Ort wird Rechnung getragen: Ein wesentlicher Teil der Arbeiten wird an ukrainischen Firmen vergeben, so z.B. die Genehmigungs- und Ausführungsplanung, die Lieferung von Komponenten sowie Bau- und Montagearbeiten. RWE NUKEM unterhält vor Ort zudem ein Projektbüro mit bereits heute 13 ständigen Mitarbeitern, von denen neun aus der Ukraine stammen.
Im Abfallbehandlungszentrum (ICSRM = Industrial Complex for Solid Radwaste Management) werden feste Abfälle aus dem Kraftwerksbetrieb und der Stilllegung der Blöcke 1 bis 3 konditioniert: Die Verarbeitung der Abfälle ist in drei Schritte gegliedert: Erstens werden die in Bunkern auf dem Gelände des Kernkraftwerks Tschernobyl zwischengelagerten festen radioaktiven Abfälle entnommen. Zweitens werden die aus den Bunkern stammenden Abfälle sowie die bei der Stilllegung der Blöcke 1-3 angefallenen festen radioaktiven Abfälle in eine für die Endlagerung geeignete Form verarbeitet. Für die schwach- und mittelaktiven Abfälle kommen folgende Verarbeitungstechnologien zum Einsatz: Sortierung in brennbare / pressbare / nicht pressbare Abfälle, Verbrennung, Hochdruckpresse, Zementierung. Weiterhin erfolgt eine Aussortierung der hochaktiven und langlebigen Festabfälle, die separat auf dem Gelände des KKW Tschernobyl zwischengelagert werden. Drittens werden die so konditionierten festen Abfälle in für die Endlagerung geeignete Container eingebracht.
Daneben werden auch noch Abfälle verpackt, die aus dem Verarbeitungskomplex für flüssige radioaktive Abfälle stammen, der ebenfalls gegenwärtig errichtet wird. Das Endlager befindet sich innerhalb der für die Bevölkerung gesperrten 30-km-Zone ca. 13 km vom Kernkraftwerk Tschernobyl entfernt. Zum Einsatz kommen erprobte Lösungen auf dem neuesten technischen Stand, die westlichen Standards unter Berücksichtigung der ukrainischen Normen entsprechen.
RWE NUKEM verantwortet die schlüsselfertige Errichtung aller drei Anlagenkomplexe einschließlich Planung, Unterstützung bei der Genehmigung, Herstellung und Errichtung sowie die Inbetriebnahme und Übergabe an den späteren Betreiber.


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